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Heimatkunde 2

Willkommen 

Schwarzwaldverein Ortsgruppe Pfalzgrafenweiler 1898 e.V.

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zu unseren Aktivitäten.  Kommen Sie ganz unverbindlich zu unseren Veranstaltungen, wir freuen uns auf Ihren Besuch. Zu allen Veranstaltungen sind Gäste immer herzlich  willkommen.

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Rund um die Nördlinger Hütte

Steigt der Wanderer, der blauen Raute folgend, vom Waldachtal auf die Hochfläche bei Pfalzgrafenweiler, so bietet sich ihm plötzlich ein unerwartet freundlicher Anblick. Ein schmucker Fachwerkbau schmiegt sich an den Hang des Schlossberges, es ist die Nördlinger Hütte, das Vereinsheim des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler.

Die Nördlinger Hütte ist eng verbunden mit der Geschichte des Ortsvereins. Der Schwarzwaldverein Pfalzgrafenweiler errichtete im Jahre 1906 auf einem Turm-stumpf der Außenmauer der Burg Vörbach eine Rast- und Schutzhütte und benannte sie nach seinem Gründungsvorsitzenden Oberförster Julius Nördlinger.

Immer wieder gab und gibt es notwendige Arbeitseinsätze rund um die Nördlinger Hütte. Alljährlich im Juni führen die Vereinsmitglieder eine Mäh- und Säuberungsaktion durch. Das Gras wird gemäht, Hecken und Sträucher geschnitten, Unrat beseitigt und die Dachrinne der Hütte gesäubert. In diesem Zusammenhang verdient der jahrelange Einsatz der verstorbenen Vereinsmitglieder Willi Linse und Fritz Pross für die Sauberhaltung der Hütte und ihrer Umgebung besondere Beachtung.

Das Mähen von Hand und das Dengeln der Sensen beherrschen heutzutage immer weniger Menschen. Rasen- und Motormäher, Motorsensen und andere moderne Geräte lassen das Mähen mit der Sense immer mehr in den Hintergrund treten. Dies bekommt auch der Schwarzwaldverein bei seiner jährlichen Mähaktion zu spüren, da einige „Sensenmänner“ alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr daran teilnehmen können oder verstorben sind. Dies war mit ein Grund einen Mäh- und Dengelkurs mit Werner Bohnet aus Neu-Nuifra im Oktober 2005 auf seinem Grundstück anzubieten.

Mit der ihm eigenen Gründlichkeit führte der Lehrmeister die 17 Teilnehmer in Theorie und Praxis in die Grundlagen des Mähens und Dengelns ein. Auch der Umgang mit dem Wetzstein sowie die Einstellung der Sense wurde von Werner mit viel Sachverstand vorgeführt, man spürte, dass hier ein Fachmann am Werke war. Inzwischen hat sich die moderne Arbeitsweise durchgesetzt, Das Mähen mit der Sense ist Vergangenheit.

Am Kreuzungspunkt von vielen Wanderwegen, wie dem Vier-Burgen-Weg, dem Jubiläumsweg und den markierten Schwarzwaldvereinswegen geben sich jährlich viele Wanderer ein Stelldichein. Ein informativer Wegeweiser der Neuen Wanderwegemarkierung schmückt seit 2006 den Vorplatz der Hütte. Neben den Wanderern und Spaziergängern sind von Zeit zu Zeit auch ungebetene Gäste im Schlosswald zugegen, die eine etwas seltsame Auffassung von Sauberkeit und Ordnung haben. Essensrest, Müll aller Art und zertrümmerte Flaschen findet man des Öfteren auf dem ehemaligen Burggelände. Für Besucher nicht gerade ein Vorzeigeprojekt über das Freizeitverhalten Erwachsener.

Auch die Nördlinger Hütte wird nicht von Vandalen verschont. Es wurde eingebrochen, dazu wurde ein Fensterladen demoliert, mitsamt der Verriegelung. Das Türschloss wurde mehrfach mit Metallkitt zugeschmiert und unbrauchbar gemacht. Mit roher Gewalt wurde am Felsenkeller das einbetonierte Fledermausgitter herausgerissen und entwendet. Auch gibt es immer wieder Wandschmierereien. Was haben wir nur für „besondere Mitmenschen“ unter uns?

Nicht genug vor einiger Zeit wurden die kupfernen Fallrohre der Hütte mit brachialer Gewalt weggerissen und mitgenommen. Die vom Hauptverein zum 100 jährigen Jubiläum des Ortsvereins im Jahre 1998 gespendete Sitzbank wurde total zerstört.

Die Forstwirt- Auszubildenden beim forstlichen Stützpunkt Herzogsweiler Jakob Haarhaus, Philipp Schäfer und Thomas Vogel haben spontan als Projektarbeit eine neue Sitzbank aus Eichenholzbohlen selbstständig geplant, gebaut und für Wanderer und Waldbesucher bei der Nördlinger Hütte aufgebaut.

Der Zahn der Zeit und das Wurzelwerk der Bäume und Sträucher hatten der Trockenmauer neben der Hütte stark zugesetzt. Mit Genehmigung des Landesdenkmalamtes, mit Material- und Maschinenspenden der Baufirma Volker Nübel wurde sie von Werner Großmann, Hüttenwart Daniel Dieterle und einigen Helfern im Sommer 2003 wieder aufgebaut.

Doch es gibt auch Erfreuliches zu berichten, den Maschenpfad. Fleißige Strickerinnen um die Initiatorin Anne Krimmer haben lustige Figuren aufgehängt, hoch oben an den Bäumen. Eine bunte Tier- und Pflanzenwelt aus gehäkelten und gestrickten Motiven auf der 2,5 km langen Strecke vom Schlosswald bis zur Ruine Mandelberg - vielen Dank.

Dem aufmerksamen Spaziergänger oder Wanderer, der im Schlosswald, unweit der Nördlinger Hütte, vorbei kommt fällt sofort mehrere mächtige Bäume am Wegesrand auf, es sind Douglasien. Oberförster Julius Nördlinger ließ um 1900 bei der Hütte mehrere Douglasien pflanzen. Kein Forstmann wusste damals wie sich die Douglasie bei unserem Klima verhält und ob sie gut gedeiht und wächst. Anscheinend lag doch ein Segen auf der Arbeit, denn ein Großteil der Douglasien ist prächtig gewachsen. Die Stürme und die großen Orkane, die über den Schlosswald über all die Jahre hinweggebraust sind haben diese Bäume unbeschadet überstanden.

Bleibt zum Schluss all denen Dank zu sagen, die immer wieder zur Erhaltung der Nördlinger Hütte und zur Sauberkeit ihres Umfeldes beitragen. Möge dieses Kleinod im Weiler Wald noch vielen Generationen Schutz und Freude bringen, im Sinne des Erbauers Julius Nördlinger.

 

Willi Bosch

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Die Schwende, heimatkundlicher Beitrag

Nördlich der ehemaligen Bundesstraße 28, heute L 404, erstreckt sich das Gewann Schwende. Spaziergänger, Wanderer, Radler und Jogger geben sich hier ein Stelldichein. Der Wanderparkplatz „Obere Schwende“ gegenüber der Firma Koch ist stark frequentiert. Hier beginnt der Jubiläumsweg des Schwarzwaldvereins Pfalzgrafenweiler. Ein Findling mit Schrifttafel informiert über den Verlauf des 15 Kilometer langen Rundwanderweges rund um Pfalzgrafenweiler und Durrweiler. Hier steht auch ein Wegweiser des Schwarzwaldvereins mit Wegetafeln des Ostweges. Das heißt hier stand er.

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Alte Sägemühlen im Zinsbachtal

Von Frieder Haug

Die Erfindung der „segen“ oder „segmülen“ stellt einen wichtigen Markstein in der Geschichte der Technik dar. Vor dieser Zeit werden Baumstämme auf holzverschwenderische und zeitaufwändige Art entweder mit der Breitaxt oder mit der Handsäge zu Balken, Brettern oder Latten ausgeformt. Um 1370 finden sich die ersten Sägemühlen auch im Nordschwarzwald.

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Waldsäge, Aquarell von Gotthold Knapp,
Waldsäge RAD-Arbeiter und Förster, 1935,
Kohlsägemühle im Zinsbachtal
Kohlsägmühle
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